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Was uns motiviert

Wir Menschen funktionieren am besten, wenn wir motiviert sind. Belohnungen, Auszeichnungen und Geld lassen uns zu Höchstleistungen streben. Doch eine sehr viel nachhaltigere, effektivere, spaßigere Motivation kommt von uns selbst. Und diese kann geweckt und angeregt werden. Nur wie? Und wozu?

Die Motivation sorgt dafür, dass wir überhaupt etwas tun (wollen), Entscheidungen treffen, auf Emotionen reagieren. Doch wie sie aktiviert, stimuliert und aufrecht erhalten wird, lässt sich schwer pauschalisieren. Aber wir können die Motivation in Schubladen stecken und Motive, die uns antreiben, ausfindig machen sowie bewusst und gezielt nutzen. In Forschung, Wissenschaft, Psychologie wird nicht ohne Grund in extrinsische und intrinsische Motivation differenziert. Genau dieser Unterschied könnte größer kaum sein.

Wie extrinsische Motivation funktioniert

Die extrinsische Motivation kennen wir aus unserem Alltag, bestimmt diese doch unser (Arbeits-)Leben. Äußere Reize führen dazu, dass wir motiviert werden. Und meist sind diese mit dem Wunsch nach Belohnung verbunden. Diese wiederum kann facettenreich sein. Das Geld für das Erledigen einer Tätigkeit, Prämien für gute Leistungen, Auszeichnungen für den Sieg. Die Regeln sind einfach: Macht ihr etwas richtig bzw. gut, winkt die Zuwendung. Bei Fehlern gibt’s nichts oder gar eine Bestrafung. Zuckerbrot und Peitsche, überspitzt ausgedrückt. Diese klare Struktur ist in vielerlei Hinsicht praktisch und effektiv, offenbart jedoch auch Schwächen. Denn die extrinsische Motivation regt uns nur so lange an, bis wir unser Ziel erreicht oder den Lohn für unsere Mühen erhalten haben. Und was nützt die tollste Anerkennung, wenn sie uns gar nicht interessiert? Trotzdem ist diese Art Motivation allgegenwärtig – wir bekommen etwas Gutes dafür, dass wir Dinge tun, die von uns gewünscht werden. Das nutzt sich unter Umständen ab und wir verlieren unsere Lust. An dem Job, den wir ausführen, oder gar dem Spiel, das wir gerade spielen. Es fehlt der Reiz, der Druck, quasi die Peitsche.

Keine Frage: Die extrinsische Motivation mit ihrer „Berechenbarkeit“ ist meist ein simples Mittel, um Menschen anzuregen, sie zu Zielen zu verhelfen und in Richtungen zu lenken, die für sie und ggf. auch die Initiatoren gewünscht sind. Anspruchsvoller ist die intrinsische Motivation, die einen höheren Aufwand voraussetzt, dafür aber intensiver, länger und im besten Fall sogar ohne externe Belohnungen wirkt. Denn das, was uns antreibt, kommt von uns selbst. Aus dem Inneren. Es sind auf den ersten Blick keine äußeren Einflüsse nötig, stattdessen ist beispielsweise eine Aufgabe alleine anregend genug, um zu motivieren. Die eigene Entscheidung in Kombination mit dem Gefühl, etwas Bedeutendes zu tun und dabei auch gefordert zu werden, ist uns nachhaltig und langfristig betrachtet wichtiger als eine Medaille oder eine finanzielle Bonuszahlung, mit der die extrinsische Motivation lockt. In einer abgewandten Form des sogenannten Kerzenproblems, einem kognitiven Leistungstest des Gestaltpsychologen Karl Duncker, kam sein Kollege Sam Glucksberg von der Princeton-Universität zu einer erstaunlichen Erkenntnis: Das Locken mit Geld für das Lösen dieses Problems führte nicht dazu, dass es schneller bewältigt wurde. Ganz im Gegenteil. Die in Aussicht gestellte Belohnung ließ die Testpersonen nicht ihre Kreativität fördern bzw. den Verstand schärfen, vielmehr vernebelte der Blick auf den schnöden Mammon das schnellere Finden der Lösung. Besagtes Kerzenproblem deutet an, dass extrinsische Belohnung am besten dann funktioniert, wenn die Aufgaben eindeutig sind und Einfallsreichtum weniger gefragt ist.

Die intrinsische Motivation kommt von uns

Die intrinsische Motivation bleibt sehr viel länger erhalten, wenn sie einmal entstanden ist und nicht durch äußere Einflüsse unnötig gestört wird. Wir führen intrinsisch motivierte Aufgaben freiwillig durch, weil WIR es wollen. Und nicht, weil wir eine Bestrafung befürchten oder eine Belohnung erhoffen. Wir haben Spaß an dem, was wir tun. Das kann ein Projekt bei der Arbeit sein, das genau unseren Fähigkeiten entspricht und uns zugleich herausfordert. Auch das Lösen eines Puzzles in einem Spiel spricht im besten Fall die intrinsische Motivation an. Da ist eine Herausforderung, die in den Bann zieht, fasziniert und dazu anregt, es zu meistern. Nicht das „Herzlichen Glückwunsch, du hast es geschafft“ ist das Motiv, sondern das Rätsel selbst, das uns anspricht und Freude erzeugt.

In Arbeitswelt, Alltag und auch bei Produkten wie Games finden sich Elemente intrinsischer und extrinsischer Natur. Es kann sogar erstrebenswert sein, wenn es zu Überschneidungen und Verschmelzungen kommt. Ein „Motivation Crowding Effect“ entsteht, wenn unter anderem eine Tätigkeit nicht nur zu Belohnungen (Gehalt) führt, sondern auch noch Spaß bereitet, weil es eine gute, sinnvolle, herausfordernde Arbeit ist. Durch das Hinzufügen weiterer extrinsischer Aspekte, zum Beispiel ein Auszeichnungssystem für herausragende Leistungen, kann man kurzfristig die Motivation deutlich steigern. Die Schattenseite: Es besteht das Risiko, das Intrinsische abzubauen oder gar zu zerstören. Das Ziel wird zunehmend die Belohnung, dabei ist doch das selbstmotivierte Arbeiten viel effizienter und erfüllender. Übrig bleibt im schlimmsten Fall jemand, der keinen oder kaum noch einen inneren Drang verspürt, Probleme lösen oder Arbeiten erledigen zu wollen. Das kann zu Unzufriedenheit führen.

Buch-Tipp: Drive von Daniel H. Pink. (Foto: Daniel H. Pink)

Buch-Tipp: Drive von Daniel H. Pink. (Foto: Daniel H. Pink)

Ein wenig mag es so klingen, als sei die Motivation, vor allem die intrinsische, ein fragiler Zustand. Immer wird er von uns angestrebt, ist er doch ein schöner. Gerade dann, wenn wir in den sogenannten Flow geraten. In diesem gerne auch langanhaltendem Moment spürt man das Ergebnis intrinsischer Motivation, nämlich das optimale Glücksgefühl, den „Rausch“, eine Art Tunnel, in dem wir uns konzentriert mit einer Sache auseinandersetzen und größte Freude dabei empfinden. Wir gehen in einer Aufgabe vollständig auf, weil uns diese fordert, ohne zu frustrieren. Wir vergessen Sorgen und Probleme, sind höchst effizient und befriedigt. Eine bessere und positivere Motivation – egal, ob bei Spiel, Job, Sport oder Hobby – kann nicht erlangt werden. Wohl aus diesem Grund spielt der Aspekt Motivation auch bei der Softwareentwicklung eine Rolle. Bei Anwendungen und Spielen möchten Entwickler Nutzer motivieren – mit offensichtlichen Belohnungen, Fortschrittsanzeigen (visuelles Feedback) oder zu knackenden Herausforderungen, die das innere Bestreben animieren. Dazu muss die favorisierte Zielgruppe im Fokus stehen und das Relevante analysiert werden. Ist das Resultat dann auch eine ausgiebige intrinsische Motivation mit einem anhaltenden Flow-Zustand, hat man das Optimum erreicht. Es ist ganz sicher keine Leichtigkeit, dies zu realisieren. Doch kann genau das Programmierer und Designer motivieren…

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