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Smartwatches & Fitness-Tracker: Praktische Gadgets mit Potential

Sie werden uns in Zukunft begleiten und vielleicht unser Leben verbessern. Schon jetzt sind Smartwatches und Fitness-Armbänder mehr als nur für Spaß und Unterhaltung zu gebrauchen.

Eine Zukunft?

Erst vor einigen Monaten sah der Branchenverband Bitkom großes Potential in dem noch relativ jungen Markt, der 2012 mit einem Hype bei Kickstarter geboren wurde. Die Smartwatch Pebble gilt als Vorreiter, Unternehmen wie Samsung, LG, Sony, Huawei, Lenovo oder Apple zögerten nicht lange mit ihren eigenen Hightech-Armbanduhren. Und da sind auch noch Firmen wie Garmin oder Fitbit, die sich mit ihren Armbändern an eine sportliche Zielgruppe richten.

Auch Apple mischt mit. Und ist mittlerweile Marktführer. (Foto: Apple)

Auch Apple mischt mit. Und ist mittlerweile Marktführer. (Foto: Apple)

Wearables und Smartwatches sind mittlerweile ohne Zweifel ein Milliarden-Markt, der aber keinen gewaltigen Boom erlebt, sondern ein langsames, stetiges Wachstum. Mit Blick auf die kommenden Jahre könnten uns noch einige vielversprechende Anwendungsbereiche erwarten – auch bezogen auf Virtual Reality oder Mixed Reality. Das Gerät am Handgelenk für Gestensteuerung und Positionserkennung? Wird kommen. Aber wozu so lange warten? Es gibt doch jetzt schon genügend Möglichkeiten, eine Smartwatch „sinnvoll“ zu nutzen.

Übliche Einsatzgebiete

Abseits von Todo-Listen, Terminverwaltungen, Kalendern und Anzeige für Nachrichten dienen Wearables in erster Linie dem Tracken von Daten. Schrittzähler und Pulsmesser fanden längst den Weg nicht nur in Fitness-Armbänder, sondern auch in Smartwatches. Denn ihr sollt sie bei Sport und Fitness tragen. Gerade im medizinischen Sektor sehen einige Unternehmen großen Chancen. Möchtet ihr euch nicht mit erhobenem Zeigefinger von eurer Uhr sagen lassen, wie ungesund ihr lebt, könnt ihr auch amüsante Anwendungen wie „Zombies, Run!“ verwenden, die aus dem Joggen durch die Stadt ein Rennen auf Leben und Tod machen.

Individualisieren - ein wichtiger Aspekt bei Smartwatches. (Foto: Alexey Avdyukhin)

Individualisieren – ein wichtiger Aspekt bei Smartwatches. (Foto: Alexey Avdyukhin)

Eine der größten Stärken heutiger Smartwatches ist die maximale Individualisierbarkeit. Langweilen euch die Ziffernblätter eurer Uhr? Installiert einfach neue. Die sogenannten Watchfaces bieten für jeden noch so seltsamen Geschmack etwas. Fast schon ein Klassiker ist beispielsweise der springende Super Mario für die Pebble (Time). Herrlich. Und ein Blickfang.

Shazaam, Komoot, mobiler Universal-Übersetzer, Nachthimmel-Anzeige – sehr viele beliebte Apps von Mobiltelefonen fanden ihren Weg auf die winzigen Bildschirme der Smartwatches. Angepasst an die Möglichkeiten, reduziert auf elementare Grundfunktionen und letztlich auch abhängig von dem Smartphone. Spätestens hier sind typische Wearables raus, beschränkten sich diese doch aufs Zählen, Körper analysieren und Uhrzeit anzeigen. Die smarte Uhr dagegen beflügelt auch Tüftler.

Da geht noch mehr

Es geht auch ungewöhnlicher. Das komplette Betriebssystem Windows 7 oder N64- und SNES-Emulatoren? Clevere Programmierer wie Hacking Jules zeigen, wozu Android Wear-basierte Smartwatches zu gebrauchen sind. Zumindest theoretisch. Denn niemand will auf Displays mit Diagonalen unterhalb von 2 Zoll durch Menüs hangeln und Spiele zocken. Auch kein „Half-Life“, so verlockend das vielleicht klingen mag. Aber: In manchen Uhren steckt leistungsstarke Hardware, die dazu einlädt, sich intensiver mit dem Potential dieser zu beschäftigen. Und mal ehrlich: Die Idee, einen Gameboy-Emulator mit separaten Controller auf einer Smartwatch zu nutzen, ist schon kurios, oder? Und alles kein Problem, wenn man will.

Die Offenheit mancher Smartwatches führte sogar zu eifrigen Communites, aus denen wiederum interessante Projekte entstanden. AsteroidOS lässt euch ein alternatives Betriebssystem auf eurem Gadget installieren, wenn ihr Googles Android Wear nicht mehr wünscht. Für Entwickler ist der Bereich zweifelsohne ein Spielplatz zum Experimentieren. Zu dem gesellen sich in absehbarer Zeit sämtliche Pebble-Uhren. Nach dem Kauf durch Fitbit wird der Erfinder der Smartwatch in den nächsten Monaten verschwinden, aber zugleich die Millionen erhältlichen Geräte für Bastler und Entwickler zu einer reizvollen Plattform.

Wearables offenbaren viele ungenutzte Möglichkeiten. Die Verbreitung steigt kontinuierlich, das Angebot an praktischen Anwendungen bleibt allerdings noch überschaubar – kein Vergleich zu der App-Vielfalt auf Smartphones mit iOS und Android. Genau dies kann eine Chance sein, in einem neuen, wachsenden Terrain Fuß zu fassen, neue Zielgruppen zu erschließen oder schlicht etwas Unverbrauchtes zu tun.

Möge die Macht mit der Smartwatch sein

Wohin die Reise mal gehen kann, verdeutlichen sogar regulär erhältliche Produkte wie das Armband Myo. Das ist zwar kein Fitness-Tracker mehr, allerdings lässt euch das Wearable mit euren Fingern Netflix, Spotify oder gar eine Drohne steuern. Bei „Fruit Ninja“ einfach mit den Armen und Händen herumfuchteln, um Obst zu zerschnippeln? Da fragt man sich doch, wieso diese Sensortechnologie nicht bereits in den heute erhältlichen Uhren steckt. Stattdessen wird so etwas in Spielzeug wie im Force Band von Orbotix verbaut. Das „Star Wars“-Armband lässt euch die Sphero Robotic Balls kontrollieren – mit Gesten und Bewegungen der Arme. Spannend wird das Plastikteil dadurch, dass eine Anbindung zu IFTTT existiert, sodass ihr mit „der Macht“ die HIFI-Anlage kontrollieren dürft. Skurril, aber hey – das ist cool! Apropos: Die Smartwatch kann sogar als Game-Controller dienen. Wie das aussieht und funktioniert, verdeutlichten Tüftler schon vor geraumer Zeit.

Viele Ansätze sind heutzutage „nice to have“ oder gar albern. Doch wissen wir, was die nächsten Jahre bringen? Google arbeitet emsig an Verbesserungen am eigenen Android Wear-Betriebssystem für (künftige) Smartwatches, das mit Version 2.0 die Abhängigkeit zwischen Uhr und Mobiltelefon zunehmend löst, den Fokus auf Watchfaces sowie Fitness-Aspekte setzt und das unkompliziertere Installieren eigenständiger Apps verspricht. Neue Smartwatches erhalten weitere Sensoren sowie leistungsstärkere Akkus und bleiben dabei extrem kompakt. Was jetzt noch eine amüsante Spielerei sein mag, gerade das Fernsteuern allerlei Haushaltsgeräte oder gar des Smart Homes, könnte bald schon zu einer Selbstverständlichkeit werden.

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