Rocket Labs

Design by Christian Hayungs

Raspberry Pi: Kreative Projekte für Spaß und überraschende Kampagnen

Er ist winzig klein, preisgünstig und flexibel einsetzbar. Mit dem Raspberry Pi können nicht nur Spaßprojekte umgesetzt werden. Vielleicht findet er auch bei eurer künftigen Marketing-Kampagne Verwendung?

Ein Gameboy mit Raspberry Pi-Innenleben brachte bei YouTube über eine Million Klicks. Solche Ideen sorgen dafür, dass über den Linux-basierten Mini-Rechner und die mit seiner Hilfe entstandenen Gadgets geredet wird. Wer sich ein klein wenig mit dem Kreativcomputer beschäftigt, entdeckt weitere Gründe, wieso er so viele Menschen und Firmen regelrecht beflügelt.

Weltweit über 10 Millionen verkaufte Exemplare

Der Raspberry Pi besitzt eine erstaunliche Erfolgsgeschichte. Während frühe, eher erfolglose Entwürfe für einen Einplatinenrechner aus dem Jahr 2006 stammen, begann der öffentliche Verkauf des ersten Modells 2012 und überforderte die britischen Schöpfer der Raspberry Pi Foundation. Die konnte sich vor Bestellungen nicht retten, weit über 10.000 Exemplare wurden innerhalb kürzester Zeit verkauft. Nur vier Jahre später sind wir längst bei über 10 Millionen verkauften Raspberry Pi-Einheiten weltweit angelangt. Kein Wunder, liegen die Preise in der Regel um die 35 bis 40 Euro für den voll funktionstüchtigen und gewissermaßen sofort betriebsbereiten Computer.

Eine Platine, auf der alles drauf ist. (Foto: RS)

Eine Platine, auf der alles drauf ist. (Foto: RS)

Offene Strukturen, Linux-Betriebssystem und flexible Erweiterbarkeit sowie Anschlussfreude (USB, MicroSD-Kartenslot, GPIO, HDMI, Ethernet, WLAN) sind gute Argumente dafür, wieso der Raspberry Pi mittlerweile eine riesige Fangemeinde und vor allem aktive Community besitzt. Und: Trotz seit Jahren unveränderter Preise steigt von Modell zu Modell die Leistungsfähigkeit. Der aktuelle Raspberry Pi 3 (Model B) setzt auf einen 1,2GHz getakteten Quadcore-Prozessor (BCM2837 mit ARM Cortex-A53-Chips) und 1GB RAM – das genügt locker für die facettenreichsten Anwendungen. Für vieles ist sogar der noch sehr viel kleinere Raspberry Pi Zero mit einer Größe von 65mm x  31mm und Singlecore-CPU sowie 512MB RAM geeignet, der für 5 US-Dollar verkauft wird und in Großbritannien sogar in einer Zeitschrift als Gratisbeilage dazugelegt wurde. Verrückt, wenn man sich das mal überlegt. Denn auch der Zero ist ein kompletter Computer, auf dem notfalls sogar ein Office laufen würde.

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Der Preis und der OpenSource-Ansatz sind zweifelsohne die großen Stärken des Raspberry Pi, der aufgrund der niedrigen (finanziellen) Hemmschwelle längst nicht nur Hobby-Bastler zu innovativen, aber gerne auch verrückten Ideen hinreißen lässt.

Auch wir experimentieren seit geraumer Zeit mit dem System. Es begann mit einem Plan, der gerade unter Retroliebhabern besonders beliebt ist. Richard Müller, unser Bastler für ganz spezielle Projekte, modifizierte einen alten Nintendo Gameboy, dem er nicht nur ein neues Display spendierte, sondern ein modernes Innenleben. Der Raspberry Pi eignet sich hervorragend dafür, klassische Spielkonsolen früherer Tage zu emulieren. Die Software RetroPie, die ebenso von einer eifrigen Fangemeinde stammt, ist auf den Raspi ausgelegt und ermöglicht den unkomplizierten Genuss nicht nur von Gameboy-Spielen.

Zugegeben: Die Gameboy-Bastelei gehört zu den prominentesten Raspberry-Pi-Beispielen. Ähnlich populär sind Arcade-Spielautomaten. Tüftler bauen in ihren Garagen und Kellern eigene Gehäuse mit Komponenten aus dem Baumarkt, die Hardware ist der britische Linux-Computer. Und DIY-Anleitungen finden sich auch noch gratis im Internet.

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Nicht jeder braucht einen „gepimpten“ Gameboy oder eine Arcade-Maschine. Andere Ideen finden sich schnell. Und in nahezu jedem Bereich kann der Raspberry Pi die Vorteile seines niedrigen Preises, der kompakten Ausmaße und der ausreichenden Performance ausspielen. Bei IBMs TJ Bot beispielsweise wird aus dem PC ein Mini-Roboter mit KI aus der Cloud. Das Gehäuse besteht aus Pappe oder Holz, die Software gibt’s kostenlos zum Download.

 

In diesem Roboter steckt ein Raspberry Pi. (Foto: IBM)

In diesem Roboter steckt ein Raspberry Pi. (Foto: IBM)

Unser Richard nutzte den Raspberry Pi unter anderem als privaten Webserver, sogar als eigenständiger Adblocker kann er agieren. Seine nächste Idee geht in die gleiche Richtung wie der Magic Mirror 2.0 des Dresdner Programmierers Thomas Bachmann. Es handelt sich um einen Wandspiegel, der in der Lage ist, den Wetterbericht, den eigenen Kalender, die Fahrpläne der öffentlichen Verkehrsmittel oder gar einen motivierenden Spruch für den Tag darzustellen. Letztgenanntes Feature hat es Richard angetan. Sein Ziel ist es, ein auf dem Raspberry Pi basierendes Gerät – vielleicht auch ein Spiegel – zu entwerfen, das ein Zitat nicht nur zeigt, sondern ausdruckt. Sozusagen zum Mitnehmen auf die Arbeit.

Solch ein Motivationsdrucker deutet weitere Chancen an. Wäre es nicht interessant, die eigenen Mitarbeiter bei Laune zu halten? Ein anregender Spruch, den ein Raspberry Pi jeden Tag aufs Neue präsentiert, kann durchaus die Stimmung heben. Und wer kann schon einem „überarbeiteten“ Kickertisch mit Toranzeigen und Turnier-Elementen widerstehen? Auch ein verhältnismäßig preisgünstiger Arcade-Automat für die Mittagspause lässt sich mit einem Raspberry Pi professionell realisieren. Einige Unternehmen sind auf die Umsetzung solcher Systeme mittlerweile spezialisiert.

Teil einer Marketingkampagne

Projekte mit dem Raspberry Pi kamen in den letzten Jahren nicht selten bei kleinen und großen Werbe-Aktionen zum Einsatz. Der Kranhersteller DEMAG zeigte, wie eigene Anlagen für das Spielen von „Pong“ zweckentfremdet werden können. Und wäre nicht der Techniker Øyvind Berntsen auf die Idee für ein Tetris-Bücherregal gekommen, es hätte auch aus der Marketingabteilung eines Möbelherstellers stammen können.

Manche Firmen und Privatpersonen erzeugen mit ihren nicht selten kuriosen Erfindungen Aufsehen oder gar Viralhits bei YouTube. Liberty Games Labs baute einen Internet Meme Flipper-Tisch, der beim Spielen berühmte Internet-Phänomene der letzten Jahre präsentierte. Erfolgreich konnte man mit dieser Seltsamkeit die eigenen Dienstleistungen bewerben. Andere spielten gegeneinander „Street Fighter“ – auf zwei Pianos. Und wieder jemand erschuf ein Musikinstrument aus Gemüse. Wer wohl bei diesen Erfindungen die Arbeit erledigte?? Richtig, der Raspberry Pi.

Warum die Pop Rocket Studios mit dem Raspberry Pi experimentieren? Wir wollen uns nicht einfach nur die Zeit vertreiben, sondern das Potential der Plattform erkennen sowie nutzen. Bei unserem Project Boomgate entstand eine intelligente Parkplatz-Zugangsschranke, ebenfalls ist unser autonom agierender Roboter R1 unverändert ein großes Thema. Denn in diesem werkelt nicht nur ein Raspberry Pi, es spielen auch Augmented Reality-Aspekte eine Rolle.

Probieren und Unterstützung holen

Als experimentierfreudiges Team möchten wir herausfinden, was machbar ist und für unsere Kunden bzw. uns sinnvoll erscheint. Sicherlich sind viele Raspberry Pi-Projekte lustig, unterhaltsam oder völlig verrückt. Mit dem richtigen Know How finden sich die richtigen Einsatzgebiete – in Unternehmen, für Kampagnen oder als Basis für Produkte und Dienstleistungen. Dabei berücksichtigen wir selbstverständlich auch den Aspekt der Sicherheit, der beim Raspberry Pi (und Internet der Dinge generell) nicht außer Acht gelassen werden sollte.

Unser Raspberry-Pi-Gameboy.

Unser Raspberry-Pi-Gameboy.

Wir können es nur empfehlen: Mit Einsteigerpaketen kann fast jeder einen Einblick in die Welt des Raspberry Pi erhaschen. Und das für wenig Geld. Ob er am Schluss nur Teil einer Spielerei oder das Herz einer visionären Erfindung wird? Das liegt sicherlich an der persönlichen Intention und daran, ob man sich bei größeren Herausforderungen nicht doch Unterstützung ins Boot holt.

Möchten Sie mehr dazu erfahren?
Wir nehmen gerne Kontakt auf!

Ihr Ansprechpartner:
Richard Müller
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