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Augmented Reality: Mehr als nur die Realität erleben

Augmented Reality liegt voll im Trend, ist aber schon viele Jahrzehnte alt. Die Idee, unsere Realität mit computergenerierten Grafiken zu erweitern, ist dank des technologischen Fortschritts längst keine Utopie aus einem Science-Fiction-Film mehr, sondern wird vielseitig genutzt. In der Industrie, beim Militär, für imposante Präsentationen oder zur Unterhaltung.

Augmented Reality (AR) gibt’s nicht erst seit „Pokémon Go“, obwohl Nintendos Smartphone-App anschaulich beschreibt, um was es in der Gegenwart geht, wenn der Begriff fällt. Ein modernes Mobiltelefon ist aber auch praktisch, um reale Umgebungen mit digitalen Elementen zu versehen. AR bezieht sich in erster Linie auf die visuelle Erweiterung des Gesehenen, beispielsweise werden zusätzliche Details oder gar eine vom Computer generierte Figur dargestellt. Virtuelle Objekte werden eingeblendet oder überlagern dabei das, was wir mit unseren Augen betrachten  – wie das Wikipedia so schön beschreibt.

Nicht unbedingt das allerbeste, aber dafür bekannteste Beispiel der Gegenwart - Pokémon Go. (Foto: Niantic Inc.)

Nicht unbedingt das allerbeste, aber dafür bekannteste Beispiel der Gegenwart – Pokémon Go. (Foto: Niantic Inc.)

Lange Geschichte

Das, was wir jetzt mit Apps erleben können, sogar im Fernsehen sehen oder in Industrie und Wirtschaft Verwendung findet, war in den 1960er Jahren vermutlich nur in den wirren Köpfen mancher Zukunftsforscher vorstellbar. Und doch beschäftigte man sich aktiv mit dem Gedanken, wie es wohl wäre, Digitales und Realität verschmelzen zu lassen. Auch heute noch ist „The Sword of Damocles“ eine faszinierende Entwicklung, die 1968 von dem Wissenschaftler Ivan Sutherland am Massachusetts Institute of Technology vorgestellt wurde. Der Brillen-Aufsatz gilt als erster Versuch, zumindest simple Computergrafiken in Räume einzubinden.

Die Boeing-Mitarbeiter David Mizell und Tom Caudell führten erstmals den Begriff Augmented Reality ein. Zehn Jahre früher, genauer 1980, zeigte Steve Mann seine erste Version von EyeTap. Vor 36 Jahren schon stellte sich der Informatiker eine Brille vor, in der sich ein vollständiger Computer befindet, der Aufnahmen von einer Kamera verarbeitet, diese mit digitalen Inhalten verbessert und sie auf einem Display vor den Augen anzeigt.

Mit dem technischen Fortschritt ab den 1990er Jahren verbesserten sich die Möglichkeiten rasant. GPS und Sensoren brachten mehr Präzision, Displayauflösungen stiegen, Kameras produzierten höherwertigere Aufnahmen und Computer wurden immer kleiner sowie leistungsfähiger. Das wiederum ließ und lässt die Visionen früherer Tage – egal, ob damit Ideen aus Kinofilmen und TV-Serien oder wissenschaftliche und wirtschaftliche gemeint sind – zu echten Produkten werden. Es ist Smartphones und Tablets zu verdanken, dass wir für den Genuss von AR-Anwendungen nicht zwingend eine Brille benötigen. Stattdessen schauen wir sozusagen durch das Telefon. Geblieben ist der Grundgedanke: Kamera und Bildschirm, Sensoren dienen der Orientierung, computergenerierte Inhalte vermischen sich mit der Realität. Und die Ergebnisse? Sie könnten kaum facettenreicher sein.

Die Zukunft kommt

Trotz des Hypes um Virtual Reality könnte Augmented Reality in den kommenden Jahren zu einem festen Bestandteil in nahezu allen Segmenten werden. Nicht ohne Grund arbeiten Firmen wie Intel (Project Alloy), Microsoft (Holoens), Qualcomm (Snapdragon VR820) Google (Google Glass) und zahlreiche andere Hersteller vor allem an Brillen. Diese allerdings sollen dazu dienen, die Realität noch als diese wahrzunehmen, „verbessert“ wird diese eben mit virtuellem Content. Oftmals ist auch von Mixed Reality die Rede, hier verschwimmen „Wahrheit“ und Fiktion noch intensiver miteinander.

Wohin die Reise geht, das deuten zumindest Spots des Startups Magic Leap an. Wer sich Disney als Kooperationspartner ins Boot holen kann, hat vermutlich eine Technologie parat, die nur beeindrucken kann.

Seriöse Anwendungen. In vielen Bereichen

Es ist nicht so, als würden wir bei Augmented Reality im Jahr 2016 über Neuland reden. Im medizinischen Bereich werden Röntgenbilder oder Videoaufnahmen vom Inneren des Körpers mit aufbereiteten Daten vereint. AR-Brillen spielen bei Autoherstellern wie BMW oder Volkswagen längst eine Rolle. Einerseits soll Angestellten so die Arbeit erleichtert werden, andererseits können Besitzer zusätzliche Informationen während der Fahrt direkt in der Frontscheibe anzeigen lassen. Diese Head-up-Displays, welche man sogar kostengünstig nachrüsten kann oder in manchen Fahrzeugen zur Serienausstattung gehören, sind letztlich nichts anderes als AR.

Augmented Reality ist gewiss auch eine praktische Anwendung fürs Militär. Soldaten können sich direkt auf dem Schlachtfeld Kartenmaterial anzeigen lassen. Oder es werden Hinweise und Tipps aus der Hauptzentrale direkt vor die Augen projiziert. HUDs in Kampfjets sind nicht neu, stammen erste funktionierende Systeme wie Lantirn ER schon aus den 1980er Jahren.

IKEA und LEGO begannen recht früh, AR-Apps für ihre Produktkataloge zur Verfügung zu stellen. Die von uns entworfene Florabest-Anwendung benötigt kein Papier. In dieser positioniert ihr virtuelle Stühle, Bänke oder Tische auf eurem Balkon, im Vorgarten oder auf der Terrasse. Dank 360-Grad-Funktion dreht und betrachtet ihr in Ruhe, wie eine neue Stuhlgarnitur bei euch im Haus oder Garten wirken würde. AR hilft bei der Kaufentscheidung aufgrund des realen Umfeldes, in dem sich User bzw. Konsumenten „aufhalten“.

Florabest von den Pop Rocket.

Florabest von den Pop Rocket.

Spiel und Spaß mit Augmented Reality

Lernen und Wissen vermitteln mit AR – das Potential erkennen mehr und mehr Unternehmen und Institutionen. Es fängt bei Smartphone-Apps an, die abhängig vom Aufenthaltsort Hintergründe über Sehenswürdigkeiten, Gebäude der Denkmäler verraten. Die Zeitfenster-App für verschiedene Städte ist ein passendes Beispiel. Verlage wie Cornelsen experimentieren mit AR, ebenso der Kosmos Verlag. Der veröffentlichte unter anderem iT.Rex oder iSpace. Das sind Bücher, die mittels QR-Codes und Smartphone-App zu einem interaktiven Spaß für Kinder werden.

AR erweckt sogar Spielzeuge zum Leben. Mit der von den Pop Rocket stammenden Playtive Junior-App für iOS und Android wird die Kinder-Spielewelt von Lidl lebendig. Kids suchen mit dem Mobiltelefon oder Tablet einen geeigneten Ort in der Wohnung, an dem sie Holzspielzüge, Hubschrauber und sogar Containerschiffe aktiv ausprobieren dürfen. Die virtuellen Objekte im eigenen Spiel- oder Wohnzimmer zeigen, was mit den echten Playtive-Spielzeugen angestellt werden kann. AR kann hervorragend unterhalten und Produkte so in einem völlig anderen Licht präsentieren.

Letztlich nutzen wir vermutlich sehr viel häufiger Augmented Reality, als wir glauben. Und sei es nur beim Spielen von „Pokémon Go“, das eben ein gutes Beispiel ist. Gut deshalb, weil es Millionen Menschen ein Bewusstsein dafür geschaffen hat, was sich hinter AR verbirgt, welche Chancen vorhanden sind und wie sehr es unser Leben bereichern kann. Und das, obwohl die AR-Komponente des Titels nicht einmal besonders überzeugend umgesetzt wurde.

Augmented Reality ist unglaublich vielseitig einsetzbar. Als Spiel für Groß und Klein, als Marketing-Tool, als Erweiterung herkömmlicher Printprodukte, als Navigationssystem oder als Datenbrille für Live-Informationen im Alltag – und das sind nur einige wenige Möglichkeiten. Wofür könntet ihr AR gebrauchen?

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Tahsin Avci
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